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12.12.2011 Der letzte Zivi geht von Bord

Wehmut mischt sich mit Ungewissheit aber auch mit Neugier in diesen Tagen beim Deutschen Roten Kreuz in Paderborn. Nein, Auslöser dafür sind nicht das nahende Weihnachtsfest oder eine der großen Katastrophen auf dieser Welt. Auslöser ist Patrick Hillebrand, der letzte Zivildienstleistende im gesamten Kreis Paderborn.

Foto: Der letzte Zivildienstleistende im Kreis Paderborn, Patrick Hillebrand (Bildmitte), beendet seinen Dienst. Im Namen des Vorstands des DRK-Ortsvereins überreichen die Vorsitzenden Dietrich Honervogt (r.) und Oliver Kraatz (l.) überreichen ein Zeichen der Dankbarkeit für die geleistete Arbeit.

Foto: Der letzte Zivildienstleistende im Kreis Paderborn, Patrick Hillebrand (Bildmitte), beendet seinen Dienst. Im Namen des Vorstands des DRK-Ortsvereins überreichen die Vorsitzenden Dietrich Honervogt (r.) und Oliver Kraatz (l.) überreichen ein Zeichen der Dankbarkeit für die geleistete Arbeit.

Am 31. Dezember wird er offiziell seinen Zivildienst beenden. „In der Tat ist Herr Hillebrand wirklich der letzte Zivi im Kreis Paderborn“, so Frank Schwanzer, der zuständige Regionalbetreuer vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, wie das Bundesamt für den Zivildienst heute heißt.

Damit geht auch beim DRK in Paderborn eine Ära zu Ende. Über viele Jahre haben etliche Zivildienstleistende ihren Dienst beim DRK-Ortsverein Paderborn im Bereich des Krankentransports, der Blutspende und der Verwaltung abgeleistet. Viele von ihnen sind dem Roten Kreuz als Sanitäter in Paderborn oder in ihren jeweiligen Studien- und Ausbildungsorten erhalten geblieben.

Als Patrick Hillebrand am 01.03.2011 seinen Dienst beim DRK-Ortsverein Paderborn begann, stand bereits fest, dass nach ihm keine weiteren Zivildienstleistenden seine Aufgaben übernehmen würden. Mit der Aussetzung der Wehrpflicht fällt auch die Verpflichtung, Wehrersatzdienst leisten zu müssen. Trotzdem verpflichtete sich der gelernte Kfz-Mechatroniker freiwillig, seinen 6-monatigen Zivildienst um weitere 6 Monate zu verlängern. „Ich fühle mich sehr wohl beim DRK in Paderborn und habe hier auch viel für’s Leben gelernt.“, so Hillebrand. „Ich möchte auch nach meinem Zivildienst weiter für das DRK in Paderborn tätig sein und seine vielfältigen Aufgaben ehrenamtlich unterstützen. Wer nach mir die Aufgaben des Zivildienstleistenden übernimmt? Das weiß hier noch niemand so genau.“ 

„Anstelle des Wehr- oder Zivildienstes können junge Menschen jetzt den so genannten Bundesfreiwilligendienst ableisten“, erläutert der 2. Vorsitzende Oliver Kraatz. „Im Gegensatz zum früheren Pflichtdienst beruht dieser Dienst jedoch, wie der Name sagt, rein auf Freiwilligkeit. Natürlich müssen wir deshalb für Interessenten auch andere Angebote und Anreize schaffen.“ Und das ist auch geschehen. Interessierten Freiwilligen bietet der DRK-Ortsverein Paderborn neben dem obligatorischen Taschengeld für Bundesfreiwillige eine Ausbildung zum Rettungshelfer, eine interessante Tätigkeit im Umgang mit kranken und alten Menschen und die Möglichkeit, sich persönlich weiter zu entwickeln und viele neue Erfahrungen jenseits von Schule oder Ausbildung zu machen. „Unser Angebot richtet sich nicht nur an Schülerinnen und Schüler, die nach dem Abitur die Wartezeit auf einen Studienplatz sinnvoll verbringen wollen- auch wenn selbstverständlich die meisten Universitäten den Bundesfreiwilligendienst als Wartezeit für zulassungsbeschränkte Studiengänge anrechnen.“, erklärt Dietrich Honervogt, der 1. Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Paderborn, „wir wollen jungen Menschen die Möglichkeit geben, in dieser Zeit des Erwachsenwerdens unbezahlbare Erfahrungen zu machen, sich für andere Menschen einzusetzen und dabei vielleicht sogar eine neue Perspektive für das weitere Leben eröffnen.“ Selbstverständlich richtet sich das Angebot des DRK nicht nur an junge Menschen. Der neue Bundesfreiwilligendienst richtet sich explizit auch an Erwachsene, die sich beruflich neu orientieren wollen oder die sich nach einer beruflichen Auszeit im Zeichen des Roten Kreuzes für ihre Mitmenschen einsetzen wollen.

„Patrick Hillebrand wird immer unser letzter Zivi bleiben- aber wir hoffen, in nächster Zeit Menschen für den Bundesfreiwilligendienst bei uns begeistern zu können“, ergänzt Rotkreuzleiter Markus Amediek, der selbst als Zivildienstleistender zum Roten Kreuz gekommen ist. „Wer sich über die Möglichkeiten und Aufgaben bei uns informieren möchte, findet in unserem Büro in der Reumontstraße in Paderborn stets kompetente Ansprechpartner oder im Internet weitere Informationen.“

12. Dezember 2011 14:11 Uhr. Alter: 7 Jahre