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19.11.2011 Phönix 2011 - Großübung am Paderborn-Lippstadt Airport

Im Landeanflug von Palma de Mallorca auf den Flughafen Paderborn-Lippstadt schlagen Vögel in das Triebwerk einer Boeing 737. Das Triebwerk fängt Feuer und die 100 Passagiere an Bord können nur auf ein Wunder hoffen - welches allerdings ausbleibt. Den Flughafen konnte die Maschine noch erreichen, zur sicheren Landung reicht es jedoch nicht mehr: die Maschine stürzt ab. Die bereits vorher vom Tower voralarmierte Flughafenfeuerwehr macht sich sofort an das Löschen des Feuers sowie der schnellen Rettung der Passagiere aus dem Flugzeugwrack. Die Kreisleitstelle setzt eine nicht enden wollende Alarmierung von Hauptamtlichen und unzähligen freiwilligen Kräften in Gang..

Patientenablage, Flughafenübung Phönix 2011

Patientenablage, Flughafenübung Phönix 2011

So in etwa stellte sich den Rettungskräften das Bild der großangelegten Flughafenübung Phönix 2011 dar, an der am 19. November über 1200 Kräfte teilnahmen. Dabei sollte nicht die Flugangst der Teilnehmer geschürt werden - vielmehr sind alle internationalen Verkehrsflughäfen zu solchen regelmäßigen Übungen verpflichtet: sind es doch gerade die Start- und Landephasen in welchen ein Flugzeug am Verwundbarsten ist.

Um zu bestätigen dass der Flughafen in Zusammenarbeit mit dem Kreis in der Lage ist eine solche Lage zu bewältigen wurde der Katastrophenfall nun getestet - im Rettungsjargon "Massenanfall von Verletzten" genannt.

Unter den Unzähligen Rettungs- und Hilfskräften waren unter anderem auch die DRK Einsatzeinheiten des Kreises alarmiert - und somit waren auch die Paderborner, Schloß Neuhäuser und Altenbekener Helfer der Einsatzeinheit 02 mit von der Partie. Da es sich um eine geplante Übung handelte, die leider auch lediglich durch einen Funkspruch an statt, wie sonst üblich, über die Alarmierungsmelder der Helfer gestartet wurde, konnte zugunsten der Verkehrssicherheit auf eine alarmmässige Anfahrt verzichtet werden. Durch eine Straßensperrung auf Grund eines Realunfalls kurz vor dem Flughafenzubringers verzögerte sich die Anfahrt und konnte nur zeitraubend unter hohem fahrerischem Geschick über einen parallel verlaufenden Feld- und Wanderweg fortgesetzt werden.

Am Flughafen selbst hatten sich bereits unzählige Kräfte aus dem ganzen Kreisgebiet Paderborns versammelt und warteten im Bereitstellungsraum auf ihren Einsatz im Schadensgebiet.
Parallel hatte die Kriminalpolizei bereits die Ermittlungen nach der Unglücksursache aufgenommen und die Fluggesellschaft sowie der Flughafen machten sich daran die durch Mimen dargestellten besorgten Angehörigen zu informieren und zu betreuen.

Die Paderborner Einsatzeinheit wurde bei Eintreffen bereits sehnsüchtig erwartet und konnte somit direkt in das Schadensgebiet vorfahren. Dort hatten sich bereits provisorische Patientenablagen gebildet, die nun "professionalisiert" werden sollten. Mit Hilfe des in unmittelbarer Nähe des Flughafens stationiertem Abrollcontainers AB-Rettung waren von Einsatzkräften bereits zwei Zelte für die Versorgung von Mittel- und Schwerverletzten aufgebaut und betriebsbereit gemacht worden.
Der Auftrag der Einsatzeinheit war es, zunächst zwei weitere Zelte für die leichter Verletzten zu errichten und zu betreiben. Ebenso sollten Unverletzte, die bereits in einem Flughafenbus untergebracht worden waren, betreut werden.

Bei der Ausführung zahlte sich wieder einmal die multifunktionale Ausrichtung der Einsatzeinheiten aus. Während die Sanitätseinheit mit erfahrenen Rettungsdienstkräften zusammen mit dem Technik- und Sicherheitstrupp mit Hilfe des mitgeführten Material die Leichtverletzten versorgten, konnten sich die ausgebildeten Betreuungskräfte sowohl im Bus als auch in den Zelten um die Betroffenen kümmern.
Später fielen sowohl das Betreiben der Totenablage als auch die Mitwirkung am Patiententransport zusätzlich in das Aufgabengebiet der Einheit.

Durch die in den Medien viel diskutierte Absage der Paderborner Feuerwehr an der Teilnahme war das Mitwirken der Einsatzeinheit zunächst ebenfalls unsicher, da sie im Regelfall zusammen mit den Feuerwehr- sowie weiterer Hilfsorganisationskräften eine feste Einheit, den Behandlungsplatz 50, bildet. Der Einsatz als autarke Einsatzeinheit war daher in dieser Form ein Novum. Durch den absolut reibungslosen Verlauf während der Übung bewiesen die Helfer unter den Augen ihres als Beobachter teilnehmenden 1. Vorsitzenden Dieter Honervogt ihre Flexibilität und Tatkraft.



20. November 2011 14:31 Uhr. Alter: 7 Jahre